Dieser Artikel ist Teil der Ratgeber-Reihe Finanzielle Freiheit. Sind Sie schon finanziell frei?

Niedrige Zinsen am Kapitalmarkt für eine verzinsliche Geldanlage wie Tagesgeld oder Festgeld bringen Kapitalanlagen in Wertpapiere wie Aktien, Fonds, ETFs, Zertifikate, Anleihen oder Optionsscheine als Alternative ins Spiel, um eine deutlich höhere Rendite zu erwirtschaften. Doch viele Kleinanleger scheitern am Aktienmarkt, weil sie den richtigen Zeitpunkt verpassen, Wertpapiere über ihr Depot zu kaufen oder verkaufen.

Erkennen Sie sich teilweise wieder? Die folgende Grafik gibt das typischen Kauf- und Verkaufsverhalten eines (un)erfahrenen Aktienkäufers wieder. Lernen Sie aus der „Fieberkurve“ des gemeinen Anlegers und machen Sie nicht dieselben Fehler!

Der typische Investor macht alles falsch an der Börse

Der Typische Investor macht alles falsch bei der Geldanlage in Aktien an der Börse, weil er ohne Strategie und Kopf handelt. Er pendelt stets zwischen Hoffen und Bangen und agiert vor allem durch sein Bauchgefühl.

Kann ich die Infografik nutzen?

Sie können die Grafik „Der Typische Investor macht alles falsch“ sowohl privat als auch gewerblich im Rahmen der Creative Commons Lizenz CC-BY-ND kostenlos nutzen. Sie können die Infografik in sozialen Netzwerken wie z.B. Twitter, Facebook oder Pinterest teilen oder als PNG (Bild oben, Dateigröße: 479 kB, Abmessungen: 1777px × 1000px) oder per PDF downloaden. Die Grafik kann kostenlos verbreitet oder in andere Webseiten eingebunden werden mit der Bedingung, dass auf die Quelle dieser Seite verlinkt wird.

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Anlagefehler beim Investieren an der Börse

Wir stellen Ihnen die größten Mythen und Anlagefehler vor, die Ihnen beim Investieren in Aktien unterlaufen können.

Der Lemming-Effekt

Lassen Sie sich auch vom Markt und der Mehrheit anderer Anleger treiben? Beim Lemming-Effekt handeln fast alle Anleger gleich und „rennen“ in dieselbe Richtung. Steigen die Kurse, werden zunehmend mehr Anleger an die Börse gelockt, was wiederum zu steigenden Kursen führt und noch mehr Kaufinteressierte auf den Plan ruft. Der Herdentrieb ist bei den Aktien-Anlegern besonders stark ausgeprägt. Der Lemming-Effekt verstärkt die Hochs (Hausse) ebenso wie die Abstürze an den Wertpapierbörsen (Baisse). Bekannt ist der Begriff Lemming (Lemmus) u.a. von der Legende vom Massenselbstmord von Lemmingen oder auch dem legendären Computer-Spiel “Lemmings”.

Der Bildzeitungsindikator

Stärkstes Zeichen für deutlich übertriebene Aktienkurse ist, dass Aktien-Empfehlungen bereits in Boulevard-Blättern wie z.B. der BILD-Zeitung, der SUPER ILLU oder der Bunten stehen, weshalb er auch als „Bildzeitungsindikator“ bezeichnet wird. Auch marktschreierische Investment-Aufrufe von Börsenbriefen, wie z.B. „Jetzt kaufen“ oder „Jetzt investieren“ zeugen von einer Marktübertreibung. Ein alternativer Begriff ist die “Hausfrauen-Hausse” oder „Hausfrauen-Baisse“ und soll verdeutlichen, dass alle (und vor allem die noch so kleinen Kleinanleger) überzeugt sind, dass die Kurse nach oben (Hausse) oder nach unten (Baisse) gehen.

Die Psychologische Falle

Viele privaten Anleger haben an der Börse ihre Emotionen nicht im Griff und werden von Gier, Selbstüberschätzung, Panik, Angst und Verlustaversion begleitet! Die psychologische Falle an der Börse tritt auf, weil Anleger ihre Verluste in der Regel schwerer bewerten als die Gewinne in gleicher Höhe. Ein Beispiel: Ein Verlust von 5.000 Euro schmerzt ungefähr doppelt so sehr, wie ein Gewinn von 5.000 Euro glücklich stimmt. Letztendlich führt es auf der einen Seite dazu, dass viele Anleger ihre Verluste oft über Jahre bis zum bitteren Ende aussitzen, weil sie die Kursverluste nicht realisieren wollen und hoffen, dass der Kurs wieder steigt. Denn ein Verkauf mit einem Verlust gilt bei vielen noch immer als persönliche Niederlage. Verschlimmert wird die Situation, wenn in stetig fallende Kurse weiter nachgekauft wird, weil der „Kurs ja nur steigen kann“. Auf der anderen Seite werden Gewinner-Aktien zu spät gekauft, wenn der Zug bereits abgefahren ist und die größten Kurssteigerungen erfolgten. Auch werden Gewinner-Aktien bei bereits kleinen Kurskorrekturen viel zu früh verkauft – aus Angst, der Kurs könnte noch stärker sinken.

Handeln nach der Glaskugel

Viele Privatanleger machen ihre Kauf- oder Verkaufsentscheidung nur von der Kursentwicklung abhängig. Sie interpretieren die vergangenen Aktienkurse (Charts) und schliessen auf die zukünftige Kursentwicklung! Nur weil eine Aktie stark gefallen ist, heisst es noch lange nicht, dass diese auch wieder steigt. Und umgekehrt: Nur weil eine Aktie stark gestiegen ist, bedeutet nicht, dass diese in der Zukunft wieder fällt. Auch gibt der Preis (Kurs) einer Aktie keinen Hinweis darauf, ob diese billig oder teuer ist: z.B. Google (470 Euro) vs. Apple (120 Euro). Achtung: Ein Kurs, der um 50% gefallen ist, muss um stattliche 100% steigen, damit er sich wieder auf dem ursprünglichen Kursniveau befindet. Und eine Einzelaktie, die von 10 Euro auf 5 Euro gefallen ist (-50%), kann noch einmal um 90% auf 0,50 Euro fallen. Nach unten ist immer Luft – bis auf 0 Euro.

Falsches Risikobewusstsein

Vergleichen Sie stundenlang nach dem besten Zins für Tagesgeld und Festgeld und achten Sie auf den Zehntel-Prozentpunkt, der im Jahr vielleicht 10 Euro ausmacht? Sind Sie sich über die stetigen Verluste durch Tagesgeld- und Festgeldguthaben bewusst, da diese gar nicht oder nur kaum die jährliche Inflationsrate ausgleicht (Stichwort: Schleichende Geldentwertung). Die sicheren langfristigen Verluste von verzinslichen Sparanlagen bewerten viele Anleger geringer als die gute Chance bei angemessenen Risiko höhere Renditen über Wertpapiere zu erhalten. Wer einmal eine negative Erfahrung am Aktienmarkt gemacht hat (z.B. Telekom-Aktie), rührt oft in Zukunft keine Aktie mehr an, wodurch die Chance auf höhere eine Rendite kaum mehr möglich ist. Auch wählen Anleger oft Wertpapierpapiere, deren Risiko sie kaum einschätzen können, wie z.B. Hebelprodukte (CFDs, Optionsscheine, Zertifikate), um möglichst schnell ganz viel Geld zu verdienen. Stichtwort: Gier frisst Hirn!

Finanzieller Analphabetismus

Die Deutschen sind die Menschen mit der geringsten Finanzbildung in Europa (Studie ING-DiBa / Ipsos Marktforschung, 2013). Grund dafür ist auch, dass es in der Schule kein Fach für „Finanzielle Grundbildung“ gibt. Wer nichts weiss muss glauben. Diese Hilflosigkeit öffnet Tür und Tor für fragwürdige und nicht rentable oder verlustreiche Geldanlagen am Aktienmarkt. Die meisten Anleger vertrauen auch nach Volljährigkeit auf die Meinung von Personen, die sich auf den ersten Blick besser in Finanzen auskennen: Bankberater, Versicherungsvertreter oder sogar Freunde und Bekannte. Viele Menschen nehmen aus Faulheit oder vorgeschobenen Gründen die finanzielle Bildung nicht selbst in die Hand, obwohl Sie nach der Gesundheit der wichtigste Baustein im Leben ist. Auch an der Börse ist der finanzielle Analphabetismus damit die Grundlage für zukünftige Misserfolge bei der privaten Vermögensbildung bis hin zur Armut.

Tipps für Anleger und Investoren in Aktien

Machen Sie als gut informierter Privatanleger Ihre Hausaufgaben – und zwar selbst und ohne die „guten“ Ratschläge von Bankberatern (Bankverkäufer) und selbsternannten Börsenbrief-Gurus! Stellen Sie sich die Frage: Warum ist ein Bankberater noch Bankberater, wenn er sich so gut in Finanzen und renditestarken Geldanlagen auskennt? In erster Linie ist er Bankverkäufer und verkauft mit Verkaufszielen Bankprodukte, die die meiste Provision für die Bank erzielen. Studieren und informieren geht immer vor investieren! Werden Sie selbst zum gebildeten Finanzmanager Ihrer eigenen Finanzen. Geld und Finanzen sind kein Hexenwerk und können in wenigen Tagen oder Wochen von jedem angeeignet werden. Die Grundlage dafür ist das Magische Dreieck der Vermögensanlage.

Bevor Sie sich als Privatanleger auf einzelne Aktien stürzen, sollten Sie das Unternehmens selbständig genau prüfen und durchleuchten, wie z.B. KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis, RoE (Return on Equity), EBIT (earnings before interests and taxes / Gewinn vor Zinsen und Steuern), Dividendenrendite, neue Produkte Pipeline?, tägliches Handelsvolumen, Verschuldung, Netto-Umlaufvermögen, Marktkapitalisierung und Branchentrends. Die Analyse funktioniert am besten über die offizielle Bilanz des Unternehmens, Quartalsberichte oder die Fact-Sheets oder Stock-Screener von Aktien bei Online-Brokern. Betrachten Sie nicht nur die Kursentwicklung der Vergangenheit von Aktien und Fonds und schliessen Sie daraus nicht, wie der Kurs sich in Zukunft entwickeln könnte!

Kaufen Sie möglichst bilanztechnisch unterbewertete Aktien. Handeln Sie bei Einzelaktien eher antizyklisch als mit der Masse der Anleger: Kaufen Sie, wenn die „Kanonen donnern“ bei z.B. negativer Stimmung am Aktienmarkt, zahlreichen Verkaufsempfehlungen in TV und Presse, ökonomischer Weltuntergangsstimmung, Pessimismus bei Privatanlegern und Investoren und bei stark fallenden Kursen. Verkaufen Sie Ihre Aktien, wenn das Gros der Anleger euphorisch ist und der Gesamtmarkt oder die einzelne Aktien bereits sehr gestiegen sind. Werden Sie besonders skeptisch, wenn in TV und Presse berichtet wird, „ob man jetzt noch einsteigen sollte“. Ignorieren Sie als langfristiger Anleger die täglichen Schwankungen am Aktienmarkt!

Legen Sie nie alle Eier in einen Korb und diversifizieren Sie die Investments am Kapitalmarkt über unterschiedliche Risikoklassen und mehrere Positionen je Risikoklasse. Investieren Sie nur das Geld an der Börse, auf das Sie langfristig nicht angewiesen sind. Kaufen Sie ETFs (Exchange Traded Funds) und Fonds, wenn Sie sich nicht mit einzelnen Aktien beschäftigen möchten. Handeln Sie nur mit CFDs (contract for difference) und OS (Optionsscheine), wenn Sie sich damit wirklich auskennen und einen Totalverlust in Kauf nehmen können!

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Zeit zum Handeln!

Machen Sie den ersten Schritt zum eigenverantwortlichen Vermögensaufbau! Vergleichen Sie die besten kostenlosen Wertpapierdepots für das günstige Investieren in Aktien, Fonds, ETFs oder ETCs – entweder als einzelne Investion oder über einen langfristigen Sparplan!

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Haftungsausschluss

Die vorangegangen Informationen zum „typischen Investor“ dienen lediglich Ihrer Information und der Unterstützung Ihrer selbstständigen Entscheidung für Geldanlagen. Die Aktien-Tipps stellen keine Anlageberatung oder eine konkrete Empfehlungen für einen Kauf, ein Halten oder einen Verkauf von Finanzanlageprodukten dar. Auch sind sie keine Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie.

Handeln Sie an der Börse nicht wie der typische Investor
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