Gute Frage: Was ist kurzfristig und langfristig wohl die beste Geldanlage? Die Antwort ist so klar und einfach, dass es viele Bank- und Sparkassenkunden oft schon vergessen haben:
Schuldenabbau!
Bevor du also dein hart verdientes Geld auf auf ein kostenloses Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto deponierst, solltest du definitiv zuerst deine Schulden abbauen.
Tipps gegen eine Überschuldung:
1. Dispokredite vermeiden:
Priorität Nr. 1 beim Schuldenabbau ist hier z.B. ein in Anspruch genommener Dispokredit (Dispositionskredit, Kontokorrentkredit) auf deinem Girokonto oder Kontokorrent-Konto. Im Rahmen des eingeräumten Dispo-Kreditrahmens bittet eine Bank oder Sparkasse kräftig zur Kasse: zwischen 10-20% Zinsen p.a. werden für die Überziehung des Kontos fällig.
Beispiel: Befindest du dich mit deinem Girokonto im Durchschnitt im Jahr mit 1.000 € im Dispo, so werden dir bei einem Zinssatz von 15% p.a. 150 € Zinsen pro Jahr in Rechnung gestellt. Legst du im Gegenzug diese durch den Dispokredit aufgenomme Summe von 1.000 € auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto an, so erhältst du derzeit nur zwischen 2-2,5% Zinsen pro Jahr, was einem Betrag von 20 bis 25 € ausmacht. Unter dem Strich also ein Verlust von über 100 €.
Fazit: Also zuerst den Dispokredit tilgen, erst dann Geld kurz- mittel- und langfristig anlegen, wenn noch etwas übrig ist.
Bei einem grösseren Dispokredit bietet sich eine Umschuldung an. In diesem Fall wird der teure Dispokredit in einen Ratenkredit zu günstigeren Konditionen umgewandelt, was du natürlich auch selber machen kannst: einfach einen Ratenkredit über den Ratenkredit-Zinsrechner abschliessen und damit deinen Dispo bei einer Bank, Direktbank, Spardabank, Volksbank, Raiffeisenbanken oder Sparkasse tilgen. Ergibt unter dem Strich auch eine Ersparnis, wenn Kreditzinsen < Dispozinsen! Des Weiteren kommt noch der positive Effekt der regelmässigen Tilgung des Ratenkredits hinzu, was bei einem Dispokredit oft nicht der Fall ist.
2. Kreditkartenrechnung in einer Summe zahlen:
Wie der Name es schon verrät: bei der Kreditkarte handelt es sich um einen potenziellen Kredit, der über das Kreditkartenkonto möglich ist.
Das wohl lukrativste Standbein der Kreditkarten-Emittenten (Banken, Sparkassen und andere Finanzinstitute) bei der Kreditkarte ist der Fall, dass ein Kunde die in einem Monat gesammelte Kreditkartenrechnung nicht in einer Summe zurückzahlt, sondern in festen Raten verteilt über die nächsten Monate. Dies ist in den USA bereits gang und gäbe und wird auch in Deutschland zunehmend populär. Die Kreditzinsen sind hier ähnlich hoch wie beim Dispositionskredit.
Deshalb solltest du bei der Kreditkarte bei der Beantragung angeben, dass du stets die gesamte Rechnungssumme von deinem kostenlosen Girokonto eingezogen haben möchtest. Ebenfalls bieten sich kostenlose Debit-Card Kreditkarten an, bei der die Summe direkt nach dem Bezahlen im Geschäft oder Internet von deinem Girokonto eingezogen wird. Dies bietet dir grösstmögliche Transparenz über deine Finanzen und die meist unerwartet hohen Kreditkartenabrechnung am Ende des Monats gehört der Vergangenheit an.
Über den Kreditkartenrechner findest du die Kreditkarte (Visa-Card, MasterCard, American Express, Prepaid), die am besten zu dir passt.
3. Kleinkredite und mittelgrosse vermeiden:
Kleinkredite und mittelgrosse Kredite werden mit einer Laufzeit von bis zu 84 Monaten (manchmal auch 120 Monaten) vergeben.
Eine einfache Regel für einen gesunden privaten Finanzhaushalt ist:
Geld, was man nicht hat, kann man auch nicht ausgeben!
Mehr Geld auszugeben, als man eigentlich hat, ist der einfachste und wohl sicherste Weg, Schulden aufzubauen. Der Trend zum Schulden machen, also über den eigenen Verhältnissen zu leben, endet meistens in der Überschuldung. Aktuell ist die Überschuldung besonders bei der grossen Schuldenkrise der Euro-Länder sowie weiteren Industrienationen wie den USA zu sehen. Exkurs: Deutsche Staatsverschuldung wächst unaufhörlich: Die Bundes-Schuldenuhr in Berlin.
Es ist nicht notwendig, kleine und notwendige Anschaffungen über Kredite zu finanzieren! Hierzu gehören z.B. Elektrogeräte wie Waschmaschine, Fernseher oder Computer. Auch Wohnmöbel und einen Urlaub sollte man nicht auf Kredit kaufen. Wenn man das Geld nicht hat, ist es das beste Zeichen, dass man es sich nicht leisten kann und die Anschaffung verschieben sollte.
Unter eine vermeidbare Kreditaufnahme zählt definitiv auch der Autokauf! Wer kein Geld für einen Neuwagen im Wert von 25.000 € hat, sollte es ganz einfach vermeiden, einen zu kaufen. Hinzu kommt der überproportionale Wertverlust in den ersten Jahren, der in der Regel höher ist, als die eigentliche Abzahlung des Kredits. Dies bedeutet, dass z.B. nach 1 Jahr der Rest-Kredit bei der Bank für das Auto vielleicht noch 20.000 € beträgt, das Auto auf dem freien Markt aber nur noch 15.000 € wert ist. Man zahlt also für einen nicht existenten Wert. Besser ist es, auf Jahreswagen auszuweichen, die deutlich preiswerter sind.
Reicht hierbei das Bargeld auch nicht, so ist ein Gebrauchtwagen eine sehr Alternative. Bilde dir zu folgendem Beispiel deine eigene Meinung in Sachen Prestige, Qualität und Platzangebot: Neuwagen Dacia Logan vs. Gebrauchtwagen Audi A4 jeweils im Wert von ca. 8.000 €.
Und reicht das Geld nicht einmal für einen Gebrauchtwagen im Wert von 3.000-10.000 € , so sollte man es definitiv lassen, sich ein Auto anzuschaffen.
4. Grosskredite durch Sondertilgungen reduzieren
Manche Grosskredite sind unvermeidlich, da die Zeit der Ansparung zu lang wäre. Hierzu zählt vor allem der Wohnungskauf oder Hauskauf bzw. Hausbau, die über eine Baufinanzierung (Baufi) finanziert werden.
Aber auch hier gilt: mit einem Eigenkapitalquote von 10 oder 20% sollte man nicht anfangen. Optimal ist eine Eigenkapitalquote von mehr als 50% – egal wie hoch der Baukredit ist. Je höher diese ist, umso geringer ist die Kreditaufnahme und umso weniger Zinsen müssen aufgewendet werden.
Sondertilgungen am Ende eines jeden Jahres helfen, den Zinsaufwand für die Zukunft deutlich zu reduzieren. Dies gibt dir die beste Rendite und ist aktuell lukrativer, als eine kurzfristige Geldanlage in Tagesgeld oder Festgeld.
