Es brodelt wieder – nicht nur im Kochtopf bei Mutti zu Hause sondern auch schon wieder im Finanzwesen-Kessel! Nach den Jahren 2001 und 2008 trudeln die Banken, Finanzinstitute und Staatshaushalte wohl auch in 2011 in eine Krise.
Finanzkrise, EURO-Krise und Schuldenkrise reloaded
Was ist der Grund allen Übels, warum geraten immer mehr Staaten in Finanznöte?vanillabanking.de erklärt dir dies an einem einfachen Beispiel der fiktiven Familie “Mandy” aus Berlin.
Ich mach mal kurz auf (Staats-)Pleite: Ein Trend geht um die Welt
Verschuldung, Überschuldung, Staatsbankrott und Staatspleite – das sind die neuen Modebegriffe, um dazuzugehören! Es ist offensichtlich, dass man als Bank- oder Sparkassenkunde mit 100.000 € Kreditschulden und 100.000 € Tagesgeld-Guthaben 100 Mal mehr wert ist, als wenn man nur 0 € auf dem Konto hat, obwohl unter dem Strich dasselbe herauskommt!
Hauptgrund für die Kursverluste an den Wertpapierbörsen sind dieses Mal die Verschuldungsgrade (Schuldenquoten, Defizitquoten) zahlreicher Staaten in der Euro-Zone und die Kapitalbeteiligung der Finanzinstitute an diesen Ländern. Im Verhältnis zum jeweiligen Bruttoinlandsprodukt ist vor allem die Höhe der Neuverschuldung bei den Staaten ein Problem. Die Regierungen der Länder geben einfach viel mehr Geld aus als sie an Steuermitteln einnehmen. Kein privater Haushalt würde so handeln. Nahezu alle Industrieländer auf der Erde leben also über ihre Verhältnisse.
Irland war der Anfang, dann kam Griechenland und nun stehen Italien, Portugal und Spanien am Pranger. Auch über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit der USA im August 2011 wird spekuliert, wenn es President Barack Obama nicht gelingt, sein 4 Billionen schweres Sparpaket im Kongress durchzuboxen und/oder die Schuldengrenze von derzeit 10 Billionen Euro (14,3 Billionen Dollar) erneut und damit erneut zum 51-mal seit 1978 anzuheben. Das Defizit erhöht sich damit in den USA täglich um unglaubliche 4 Mrd. US$.
Auch die deutsche Staatsverschuldung wächst auch unaufhörlich: Aktuell verschuldet sich die Bundesrepublik mit 2.200 € – wohl bemerkt pro Sekunde! Macht eine Neuverschuldung pro Tag von ca. 200 Mio. €. Dies ergibt ca. 73 Mrd. € Neuverschuldung pro Jahr.
Ziel sollte es neben einer gesunden Investitionspolitik doch sein, zum einen erst gar keine Neuverschuldung zu generieren und zum anderen die Altschulden von über 2 Billionen € versuchen abzubauen, um die Zinszahlungen für zukünftige Generationen zu reduzieren. Steuersenkungen sind hier völlig fehl am Platz. Diesen 2 Bill. € Schulden stehen nur jährliche Steuereinnahmen von 500 Mrd. € gegenüber. Im Gegensatz zu den USA mit einer Verschuldungsquote von 100% liegt die deutsche Staatsverschuldungsquote noch bei “moderaten” 75%.
Schulden-Beispiel Familie Mandy*:
Man sollte die Verschuldungssituation der Staaten mit einem Privathaushalt vergleichen, um plakativ die aktuellen Missstände im Finanz- und Wirtschaftswesen zu verdeutlichen:
Die Familie Mandy ist ein gut-bürgerlicher Doppelverdiener-Haushalt mit einem Kind und bringt pro Jahr 100.000 € Netto nach Hause. Sie symbolisiert den Staat Deutschland. Bei der Bank steht die Familie durch einen Hauskauf in guter Lage mit einem Kredit von 400.000 € in der Kreide. Also hat die Familie ebenfalls ein Verschuldungsgrad von 75%. Allein für die Zinszahlungen (angenommen 5% p.a.) muss die Familie 20.000 € pro Jahr beiseite legen, was Familie Mandy derzeit noch ohne Weiteres kann, da beide Elternteile einen gut bezahlten Job haben. Auch die anderen 80.000 Euro sind bereits fest eingeplant bzw. schon für zahlreichen Luxus ausgegeben worden.
Nach der Zinszahlung von 20.000 € ist jedoch noch nicht einmal der Kredit von 400.000 € getilgt. Jeder normal (wirtschaftlich) denkende Bürger würde hier das Ziel einer beginnenden Schuldentilgung als Prio 1 ansetzen (Stichwort Annuitätendarlehen), um später wieder mehr Luft in der Finanzplanung zu haben. Endziel: keine Schulden mehr bzw. Kredit volkommen getilgt. Doch aktuell existiert für die Familie Mandy einfach kein finanzieller Spielraum mehr, den Kredit zu tilgen, da die Ausgaben so hoch sind. Dies stellt erst einmal kein Problem dar, solange nichts Unvorhersehbares eintritt, wie z.B. eine böse Zinserhöhung bei der Bank oder ungeplante Mehrausgaben.
Doch es ist jetzt soweit: Statt auf eine normal Uni zu gehen möchte sich der Sohn Kevin nun bei einer privaten Elite-Universität einschreiben, was zusätzlich mit 1.000 € Gebühren pro Monat für die Eltern zu Buche schlägt. Es fehlen also 12.000 € pro Jahr. Die Eltern sehen aber das Potenzial der guten Ausbildung und überlegen, wie das Geld beschafft werden könnte.
Eine Alternative wäre natürlich, dort das Geld einzusparen wo es möglich ist: nämlich bei den Ausgaben. Familie Mandy möchte aber einen anderen Weg gehen, nämlich den, den die Staaten gehen. Denn sie sieht alle Ausgaben für gerechtfertigt und es ist vor allem die Lobby der Familienmitglieder, das jede der Ausgaben absolut notwendig sind.
Analog den Handlungen der Regierungen würde Familie Mandy jetzt den Kredit bei der Bank von 400.000 € auf 412.000 € erhöhen, was einer Neuverschuldung von 3% auf Basis der bisherigen Kreditsumme von 400.000 € entsprechen würde. Die Bank spielt mit, denn beide sind solvent, d.h., sie beziehen ein regelmässiges festes Einkommen.
Die 3% entsprechen genau der EU-Schuldengrenze von 3% des BIP (Bruttoinlandsprodukt = Jahreswirtschaftsleistung). Das BIP betrug in Deutschland im Jahr 2010 ca. 2,5 Mrd. €. Im Stabilitäts- und Wachstumspakt der EU (Europäischen Union) ist konkret geregelt, dass Staaten die Höhe ihres jährlichen Haushaltsdefizits auf 3% ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) und den Stand ihrer öffentlichen Verschuldung auf 60% ihres BIPs begrenzen müssen.
Bei Familie Mandy könnte man als Basis die 100.000 € Nettoeinkommen ansetzen. 3% Neuverschuldung mit Basis Nettoeinkommen wären dann aber nur 3.000 €, wodurch die Neuverschuldung von 12.000 € einer Quote von 12% entsprechen würde. Familie Mandy wäre also ein heisser Kandidat für eine Rüge der EU in Sachen Reissen der Neuverschuldungs-Grenze. Die Eltern machen sich aber keine Sorgen über die zusätzliche Kreditaufnahme, da ja der Sohn Kevin als “Master of Universe” in Zukunft sicherlich viel Geld verdienen wird und die Zinsen bezahlen kann. Und die Tilgung? Wen interessiert es!
Schuldensumpf der Zukunft
Das Beispiel verdeutlich, dass die Industrie-Nationen heute definitiv auf Pump leben. Die Ursache liegt daran, das ein Staat grundsätzlich nicht sterben kann, wie eine natürliche Person mit einer Lebensdauer von 60-100 Jahren. Der Staat kann deshalb die Schulden bis in alle Ewigkeit vor sich her schieben, da es keine Endlichkeit seines Lebens gibt. Er verlagert sozusagen die Steuerlast in die Zukunft, auf zukünftige Generationen.
Die Schulden-Party wird aber dennoch zeitlich begrenzt sein, da der Bogen überspannt zu sein scheint. Es werden immer mehr Zeichen deutlich, dass das Ende der Überschuldung naht, da alte Schulden stets mit neuen Schulden bezahlt werden müssen. Das Feuerwerk zum Abschluss der Party kann in einer Neubewertung vieler Vermögenswerte enden: Geld- und Wertpapierguthaben, Schulden und Grundstücke. Dies wollen viele noch nicht wahrhaben und verdrängen es.
Vertrauen als Balsam für die Anleger-Seele
“Vertrauen” wird wohl der Schlüssel für viele Privatanleger, Investoren und Politiker sein, um die Krise abzuwenden. Vertrauen in neue Schulden-Obergrenzen, geringere Schuldenaufnahmen, neue positive Wachstumsaussichten und neue Sparkpakete. Ob dies gelingt, steht in den Sternen.
Macht es also jetzt noch Sinn, in physisches Gold zu investieren und das Edelmetall als vermeintlich sicheren Hafen zu wählen?
Eine abgeltungssteuerfreie Anlage in Gold bedeutet relative Sicherheit in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrisen, die einher gehen mit Inflation (Geldentwertung) und Kapitalflucht (sinkenden Kursen) – vor allem an den Börsen. Eine günstige und sichere Alternative zum Kauf von Gold beim Goldhändler um die Ecke oder bei Banken und Sparkassen ist z.B. der Online-Edelmetallhändler TG Gold Super Markt, wo es zu tagesaktuellen Kursen zahlreiche Goldmünzen und kleine Goldbarren zu kaufen gibt – auch als Geschenk.
Es gibt einige Prognosen, die den aktuellen Goldkurs 1.547 US$ je Feinunze Gold (= 31,1 Gramm) deutlich übertreffen. Dies kann der Fall sein, aber auch nicht. Jeder Anleger sollte sich stets bewusst sein, dass der Goldpreis von Angebot und Nachfrage abhängt sowie von vielen Faktoren, die durch die aktuelle Finanzkrise keinesfalls vorhersehbar sind – sowohl nach oben oder unten.
*) Ähnlichkeiten mit einer weiteren Familie Mandy aus Kreuzberg und Marzahn sind nur rein zufällig.
