Bundes-Schuldenuhr: Die Deutsche Staatsverschuldung wächst unaufhörlich | 200-400 Millionen € neue Schulden pro Tag | Staatlicher Pensionsfonds als Ausweg?

Bundesschuldenuhr

Die aktuelle Bundesschuldenuhr. Die Staatsverschuldung wächst unaufhörlich, auch wenn der Zuwachs pro Sekunde von über 4.000 Euro auf ca. 2.200 Euro durch die Sparmassnahmen der Bundesregierung reduziert werden konnte. (Quelle: Bund der Steuerzahler Deutschland e.V., Stand der Zahlen vom 23.05.2011)

Die deutsche Staatsverschuldung wächst unaufhörlich weiter an. Hier gibt es eine Grafik zur Staatsverschuldung der Bundesrepublik Deutschland.

Hier geht es zur aktuellen Bundesschulden-Uhr von 2011 >>>

Nahezu täglich ist von der Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel, ihrem Finanzminister Wolfgang Schäuble und anderen Ministern zu hören, dass gespart werden muss.

Aktuell steht die Bundesrepublik mit ca. 2 Billionen Euro bei ihren Gläubigern (Banken etc.) in der Kreide. Im letzten Jahr konnte die Bundesregierung durch Sparmassnahmen die Neu-Verschuldung von über 4.000 Euro auf etwas über 2.000 Euro PRO SEKUNDE reduzieren. Das reicht noch lange nicht, um die enormen Staatsschulden überhaupt erst einmal wieder zu senken. Denn hierzu ist eine Neuverschuldung von weniger als NULL notwendig. Exkurs: Staatsverschuldung einfach erklärt am Beispiel der Familie Mandy.

2 Billionen € Schulden:

Stand der Staatsverschuldung Ende 2010: 1.999 Mrd. €
Defizit 2011 (ca. 3% des BIP): 75 Mrd. €
Stand Ende 2011 (ca.): 2.075 Mrd. €

Hierbei wäre es doch interessant zu wissen, wie hoch die Neuverschuldung des Bundes pro Tag ist, damit man eine Relation zu aktuellen Sparmassnahmen erhält und eventuell Verständnis zeigen könnte – oder auch nicht?

Stand Mitte 2011: Aktuell verschuldet sich die Bundesrepublik Deutschland mit ca. 2.279 Euro pro Sekunde NEU, also zusätzlich zu den bisherigen 2 Billionen Euros:

2.279 Euro x 60 Sekunden = 136.740 Euro pro Minute
136.740 Euro x 60 Minuten = 8.204.400 Euro pro Stunde
8.204.400 Euro x 24 Stunden = 196.905.600 Euro pro Tag

Die Bundesrepublik macht also pro Tag ca. 200 Millionen Euro neue Schulden! Die Verschuldung pro Sekunde ändert sich regelmässig und wird stets neu ermittelt. Der Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. stellt hierzu eine kostenlose Bundesschuldenuhr zur Verfügung. Hier geht es zur aktuellen Bundesschuldenuhr.

200-400 Millionen Euro pro Tag Misswirtschaft

Stand Mitte 2010: Aktuell sind dies 4.481 € – wohlbemerkt pro Sekunde. Klingt nicht viel, ist es aber, wenn man diesen Betrag auf einen Tag hoch multipliziert. Die Neuverschuldung des Bundes beträgt pro Tag unglaubliche 440 Millionen Euro! Nein, dies ist kein Rechenfehler! Deutschland ist aktuell bei inländischen (zu 60%) und ausländischen (zu 40%) Gläubigern mit ca. 1,9 Billionen Euro verschuldet. Dies macht eine pro Kopf-Verschuldung von über 20.000 Euro aus.

Deutschland hat damit ein Schulden-Grundproblem und wird kaum mehr mit der bisherigen antiquierten Steuer-, Sozial- und Finanzpolitik aus dieser Schulden-Misere herauskommen. Hier helfen auch auch die Flickschusterrei-Sparmassnahmen von Herrn Schäuble nicht viel, die hier und dort mal ein paar Milliönchen einbringen – es sind einfach Peanuts. Was ist nun das Kernproblem?

Schuldenspirale wird noch stärker

Die Verschuldung wird sich in Deutschland in den nächsten Jahren aufgrund der ungesunden Alterspyramide noch erhöhen. Kein noch so grosses Wirtschaftswachstum wird dies auffangen können. Der Hauptgrund ist vor allem das falsche Rentensystem, welches ein Umlagesystem und kein Vermögensaufbau der einzelnen Beitragszahler ist. Dass heisst, dass alle gezahlten Beiträge sofort von anderen verbraucht (“verfressen”) werden. Dies geht gut, wenn es deutlich mehr jüngere Beitragszahler gibt als ältere Beitragsempfänger. Immer wieder wird von den Politikern vorgeschoben, dass das Umlagesystem den Nachwirkungen des 2. Weltkrieges zuzuschreiben ist und Deutschland von Null anfangen musste – ohne Rücklagen zu haben. Das ist richtig, doch auf der anderen Seite hatte die deutsche Politik 60 Jahre Zeit, parallel ein gesundes Rentensystem mit einem staatlichen Pensionsfonds aufzubauen. Riesige Einmal-Einnahmen in Milliarden-Höhe aus dem Verkauf von Staatsvermögen, wie der Post, der Telekom oder der Vergabe von Mobilfunklizenzen hätten den Grundstock für deutsche Pensionsfonds und Deutschlands schuldenfreie Zukunft gelegt. Sie wurden aber verschenkt und zum Stopfen von Haushaltslöchern “verfressen”.

Beispiel Pensionsfonds Norwegen

Ein Positiv-Beispiel für eine intelligentere Sozial- und Rentenpolitik ist Norwegen: Hier beträgt der staatliche Pensionsfonds für alle zukünftigen Rentenzahlungen der Einwohner bereits stattliche 250 Mrd. Euro und gehört damit zu den grössten der Welt. Der Pensionsfonds investiert in internationale Kapitalmärkte und ist auf Gewinn und Rendite ausgerichtet. Norwegen hatte in der Vergangenheit aufgrund seiner grossen Öl- und Gasvorkommen die finanziellen Spielräume den Fonds aufzulegen. Im Vergleich zu den wenigen Einwohner von Norwegen von nur 5 Millionen müsste der deutsche Pensionsfonds bei einer Einwohnerzahl von ca. 80 Mio. ca. 4 Billionen Euro schwer sein. Dies verdeutlicht, in welcher finanziell prekären Lage sich Deutschland befindet: Plaktiv gesagt, wird die alternde Bevölkerung in Deutschland die Zukunft, genauer gesagt den zukünftigen finanziellen Spielraum, “auffressen”.

Phlegmatische deutsche Politiker

Deutschland dagegen hatte die wirtschaftliche Stärke und die Zeit einen Fonds aufzulegen, aber nicht den Mut der Politiker, welche sich aufgrund nicht enden wollenden überlappenden Legislaturperioden der Städte, Länder und des Bundes stets “im Wahlkampf” befinden – ein weiteres Problem in Deutschland, wodurch keine mutigen zukünftsorientierten Entscheidungen getroffen werden. Ziel sollte doch für Deutschland sein, diesen Schulden-Zähler zum Stehen zu bekommen (= keine Neuverschuldung, auch nicht für Zinszahlungen) und danach diesen rückwärts zählen zu lassen (= Abbau der Staatsverschuldung) – jeder private Haushalt würde nach diesem Prinzip vorgehen! Siehe dazu auch einen Artikel vom BdSt -Bund der Steuerzahler.

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