Der typische Investor macht alles falsch – Wann sollte ich mein Geld in Aktien anlegen ? | Der ultimative Geldanlage-Tipp für die Börse!

Der typische Investor macht so ziemlich alles verkehrt. Quelle: Aktien-Portal.at - http://aktien-portal.at/
Der Börsentipp und Aktien-Finanz-Tipp: Wann ist der richtige Zeitpunkt, in Wertpapiere, Edelmetalle oder andere Anlagen mit Kursentwicklungen zu investieren?
Ziel solcher Anlagen ist es in der Regel, sofern man nicht mit PUTs oder Leerverkäufen unterwegs ist, dass die Kurse steigen, um das Investment weitaus mehr zu “verzinsen”, als es mit herkömmlichen Anlagen wie Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld oder Bundesschatzbrief möglich ist.
Vom Lemming-Effekt und cleveren Ratten:
Ich spring einfach mal der Masse hinterher…!
Auf der Suche nach dem goldenen Gral der richtigen Geldanlage (siehe Menüpunkt “Geldanlage“) kommt der Anleger zwangläufig zu der Frage, wann denn nun der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist? Leider verfehlt ein Grossteil der Anleger diesen Punkt – aus gutem Grund:
Es tritt der sogenannte Lemming-Effekt auf, das heisst, alle rennen in die gleiche Richtung. Genauer: steigen die Kurse, werden zunehmend mehr Anleger an die Börse gelockt, was wiederum zu steigenden Kursen führt und noch mehr Interessierte auf den Plan ruft. Der Herdentrieb ist bei den Aktien-Anlegern besonders stark ausgeprägt. Der Lemming-Effekt verstärkt die Hochs ebenso wie die Abstürze an den Wertpapierbörsen. Dabei ist die Lehre eigentlich klar und deutlich: als Anleger muss man sich antizyklisch verhalten! Handeln jedoch alle antizyklisch, so befindet man sich ganz schnell wieder in der blinden Schafherde. Wichtig ist also, einer der ersten antizyklischen Trader zu sein und nicht auf die Meinung (Euphorie/Pessimismus) der Masse zu hören, sondern sich seine eigene bilden auf Basis von fundamentalen Fakten. Ein bisschen Bauchgefühl gehört aber auch dazu!
Bekannt ist der Begriff Lemming (Lemmus) u.a. von der Legende vom Massenselbstmord von Lemmingen oder auch dem legendären Computer-Spiel “Lemmings”.
Sunk Cost Fallacy bzw. Concorde-Effekt
Wer tiefer in das Thema psychologische Denkfehler und Herdentrieb eintauchen möchte, sollte sich das höchst interessante Bestseller-Buch Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen von Rolf Dobelli zu Gemüte führen (siehe Buch-Link auf der linken Seite).
In zahlreichen kurzen aber höchst lehrreichen Kapiteln geht Dobelli auf unzählige Denkfehler ein, die jeder von uns täglich macht. Hierzu zählt auch die “Sunk Cost Fallacy” bzw. der sogenannte “Concorde-Effekt”, die besagt, das man sich als Börsenanleger bei der Verkaufsentscheidung am Einstandskurs (durchschnittlicher Kaufkurs) orientiert. In der Regel wird also der durchschnittliche Anleger stets versuchen, über dem Einstandskurs (bzw. Einstandspreis) zu verkaufen, was natürlich total irrational ist. Denn was besagt der Einstandspreis über die Zukunft des Unternehmens und damit des zukünftigen Aktienkurses aus? Gar nichts! Der normale und gemeine irrationale Anleger hält also an seiner Aktie umso mehr fest, je mehr er mit dieser im Minus ist, also unterhalb des Einstandpreises. Je mehr Geld investiert ist, um so fester wird gehalten und womöglich noch eine persönliche Beziehung zur Aktie oder zum Unternehmen aufgebaut, was der grösste Fehler überhaupt ist.
Ebenso bildhaft lässt sich der Lemming-Effekt bei einer übertriebenen Hausse (Aktienblase) oder einem gerade beginnenden Börsenabsturz mit einer Redenswendung vergleichen:
Die Ratten verlassen das sinkende Schiff.
Diese Redewendung ist auf auf einen alten Glauben der Seeleute zurückzuführen, dass die Ratten einen bevorstehenden Untergang eines Schiffes als Erste bemerken und sich davonmachen. Die ersten Ratten (noch relativ clever Anleger), welche mit nassen Pfoten ein sinkendes Schiff (sinkende Kurse) verlassen, wissen, warum sie flüchten. Die hundertste Ratte (Aktien-Lemming) weiss es nicht, denn sie sieht einfach die anderen Ratten rennen und folgt blind der Masse.
Hausfrauen-Hausse/-Baisse:
Stärkstes Zeichen für eine Hausfrauen-Hausse (Aktienkurs-Hoch) ist, dass Aktien-Empfehlungen bereits in der BILD-Zeitung, der SUPER ILLU oder der Bunten stehen. Man erinnert sich noch gut und gerne daran, als Rentner über ihre neusten Anteile von den Herrn Gebrüder Lehman (Lehman Brothers) schwärmten.
Der Begriff “Hausfrauen” soll verdeutlichen, dass alle (und vor allem die noch so kleinen Kleinanleger) überzeugt sind, dass die Kurse nach oben (Hausse) oder nach unten (Baisse) gehen. Jetzt heisst es, nix wie raus aus den Aktien und die Schäfchen ins Trockene bringen! Bzw. bei einer Hausfrauen-Baisse (Aktienkurs-Tief) lohnt es sich durchaus, über eine Investition in Aktien nachzudenken.
Sogar bei Wikipedia.de wird der eher umgangssprachliche “Bildzeitungsindikator” bzw. “Tagesschau-Indikator” erklärt. Es wird hier als ein marktpsychologische Signal bezeichnet, welches die baldige Trendwende an der Börse einleitet, vor allem eine Baisse (Kursrückgang). Die Profis steigen spätestens jetzt aus.
Die Psycho-Falle:
Der Aktienmarkt ist nahezu so unberechenbar wie ein Roulettespiel und die Aktienkurse und Renditen sind eher zufällig, auch getrieben vom Lemming-Effekt. Es ist bewiesen, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer daher nicht das große Geld verdient. Vielmehr finanziert diese Masse die großen Gewinne Einzelner Anleger. Auch kaufen und verkaufen Privatanleger ihre Aktien viel zu häufig.
Die schlimmste Psychofalle ist jedoch, dass der gemeine Anleger seine Verluste offensichtlich schwerer bewertet als die Gewinne in gleicher Höhe. Ein Beispiel: Ein Verlust von 5.000 Euro schmerzt ungefähr zweieinhalbmal so sehr, wie ein Gewinn von 5.000 Euro glücklich stimmt. Letztendlich führt es dazu, dass Anleger ihre Verluste bis zum bitteren Ende aussitzen, weil sie diese Verluste nicht realisieren wollen. Auf der anderen Seite werden Gewinner-Aktien zu spät gekauft und auch viel zu früh verkauft.
Die nachfolgende Grafik gibt das typischen Kauf- und Verkaufsverhalten eines (un)erfahrenen Aktienkäufers bzw. Anlegers wieder:

Der typische Investor macht so ziemlich alles verkehrt (Klicken, um Grafik zu vergrössern) - Quelle: Aktien-Portal.at - http://aktien-portal.at/


20. Mai, 2010 








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